Veranstaltungen des Vereins

Alle relevanten Inhalte und Informationen zu Veranstaltungen des Vereins können Sie hier nachlesen. Unter anderem finden Sie komplette Textauszüge aus den Veranstaltungen.

Vortrag Nr. 74 am 12. März 2020

Referent: Dr. Peter Lucke

Thema: Video-Film - Erlebtes Kriegsende im Unterland

Im Film von 1985 wird eine 83-jährige Frau interviewt

Die Frau erzählt wie sie hochschwanger 1944/1945 als 42-jährige den 2. Weltkrieg erlebt hat.

Im Dezember 1944 fuhr sie bei Schneefall mit dem Fahrrad von Dimbach nach Heilbronn um einen notwendigen Einkauf zu tätigen. Nachdem Heilbronn kurz davor einem Bombenangriff ausgesetzt war, hat sie eine zerstörte Stadt, sowie viele Verletzte und Tote Menschen aufgefunden.

Als im Januar der Geburtstermin sich näherte und sie sich nach einer Hebamme erkundigte, mußte diese ihren Besuch ablehnen da sie keine Fahrgelegenheit nach Dimbach hatte. Der Arzt in Affaltrach hatte keinen Kraftstoff für sein Auto. Das Benzin hatte in dieser Zeit nur der Wehrmacht zur Verfügung. 
Als die Wehen einsetzten, machte sie sich mit Nachbars Hilfe mit dessen Ochsengespann und einem Transport-Schlitten beim Schneetreiben auf den Weg nach Öhringen in das dortige Krankenhaus.
Die Geburt ihrer Tochter lief erfreulicherweise ohne Komplikationen ab.

Als sich nach einigen Wochen zuhause ihre Brust entzündet hatte, konnte sie aus denselbigen Gründen wie vorher, nicht vom Arzt behandelt werden. Als sich ihr Zustand rapide verschlechterte, begab sie sich in Begleitung ihres Ehemannes unter Fieber nach Bretzfeld auf den Bahnhof um den 6-Uhr Zug nach Öhringen zu erreichen. Leider fuhr der einzige Zug an diesem Tag bereits um 4:30 Uhr. Wegen drohendem Fliegerangriff wurde die Fahrt kurzfristig vorgezogen. In Bretzfeld konnte ihr niemand behilflich sein. Erst ein zufällig vorbei fahrender Militär-Bus hat sie dann nach Öhring in das Krankenhaus gebracht. Während dem Aufenthalt im Krankenhaus, mußte wegen Fliegeralarm öfters in den Keller geflüchtet werden. Da der Aufenthalt im Krankenhaus nicht mehr sicher war, flüchtete sie unter Fieber und machte sich zu Fuß auf den Heimweg. Bei halber Strecke begegnete ihr eine Nachbarin mit dem Fahrrad. Diese benachrichtigte dann ihren Ehemann, der sie dann abholte und mit einem Leiterwagen nach Hause brachte.

 

Vortrag Nr. 73 am 13. Februar 2020

Referentin: Ann Marie Ackermann, Bönnigheim

Thema: Der Bürgermeistermord in Bönnigheim

Eine Geschichte die weltweit Schlagzeilen machte.

Die ehemalige amerikanische Staatsanwältin Ann Marie Ackermann lebt seit einiger Zeit in Bönnigheim und kam zufällig an die historischen Unterlagen eines brutalen Attentats von 1835.

Der Bürgermeister von Bönnigheim wurde heimtückisch erschossen. Der Täter wurde nie gefasst. Um der deutschen Justiz zu entkommen floh er nach Amerika, wo er als Kriegsheld starb. Der Fall wurde erst 1872 durch Nachkommen eines Bönnigheimers in Washington D.C., aufgeklärt.

Dieser Fall bricht Rekorde:
– die längste Zeitspanne zwischen Tat und Aufklärung
– Deutschlands einziger Mordfall der in den USA aufgeklärt wurde
– die erste Anwendung der forensischen Ballistik und die späteste Belohnung für die Aufklärung eines Mordfalls, die je bezahlt wurde

Nach umfänglichen Recherchen von Ackermann ist zunächst ein Buch von ihr in den USA erschienen mit dem Titel: „Death of an ASSASIN“. Dieses Buch gewann 2018 den „Independent Publishers Book Award“ in der Sparte „True Crime“ (Genre: Wahre Verbrechen).

Im September 2019 erschien die Deutsche Ausgabe unter dem Titel: „Tod eines Mörders“.

„Es gibt Geschichten, die sind einfach zu gut, um erfunden zu sein. Dies hier ist eine davon“.
Stuttgarter Zeitung

„Der Fall ist außergewöhnlich und steckt voller Superlative. Er ist historisch einzigartig und spektakulär – besonders für die Kriminaltechnik“.
Ralf Michelfelder, Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg

Vortrag Nr. 72 am 14. November 2019

Referent: Dietrich Kühl, Heilbronn

Thema: Die Zwirnerei Ackermann

Die Geschichte einer Heilbronner Firma.
Im Jahr 1842 eröffnete Friedrich Ackermann (1818–1869) ein Garn-, Mercerie- und Kurzwarengeschäft in Heilbronn in der Lohtorstraße 31. Ab 1868 begann Ackermann mit den Vorbereitungen der Produktion eigener Spinn- und Zwirnwaren, wofür er von dem Heilbronner Fabrikanten Bruckmann das barocke Deutschordens-Sommerhaus in Sontheim erwarb und dort die Mechanische Zwirnerei Ackermann & Cie gründete. 

Die Zwirnerei Ackermann

  • Die aus England stammenden Spinn- und Zwirnmaschinen der Fabrik hatte Ackermann auf der Weltausstellung in Paris erworben, die ersten Arbeiter wurden von englischen Ingenieuren angelernt.
    Nach dem Tod des Firmengründers wurden der Heilbronner Handelsbetrieb und die Sontheimer Produktion in der zweiten Generation geschäftlich getrennt. Die Sontheimer Zwirnerei firmierte unter der Leitung von Karl Ackermann als Mechanische Zwirnerei C. Ackermann & Cie, Sontheim bei Heilbronn.
    Die Zwirnerei in Sontheim geriet etwa ab 1878 in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste 1882 ein Konkursverfahren eröffnen. Vor allem auf Veranlassung des Bönnigheimer Unternehmers Max Amann fanden sich jedoch rasch Geldgeber, die ein Stammkapital von 1 Million Mark zusammenbrachten, um das Unternehmen noch im Jahr 1882 als Aktiengesellschaft Mechanische Zwirnerei Heilbronn, später Zwirnerei Ackermann AG, neu zu gründen. Die bisherigen Produktionsanlagen wurden um 75 Prozent vergrößert, neben Nähgarnen wurden auch Häkelgarne und Stopfgarne hergestellt. Binnen weniger Jahre wuchs das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Garnhersteller Deutschlands an. Im Jahre 1897 wurden 650 Angestellte gezählt, im Jahr 1907 waren es 760. Der damalige Absatz betrug 3 Millionen Pfund Garn. Im Jahr 1905 hatte die AG ein Kapital von 1,5 Millionen Mark.
    Der Erste Weltkrieg wirkte sich hinsichtlich der Rohstoffquellen und des Absatzes äußerst negativ auf die Zwirnerei wie die gesamte Branche aus. 1920 schloss sich Ackermann mit 13 anderen Unternehmen zum Verband deutscher Baumwoll-Nähfaden-Fabriken (Nähgarnverband) GmbH zusammen, der eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft in München hatte und im Verlauf der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg, als die Einfuhr der zur Garnproduktion benötigten Holzspulen aus Schweden und Finnland  unmöglich wurde, 1921 in Königsberg die Holzwarenfabrik Königsberg GmbH gründete, die jährlich 85 Millionen Fadenspulen lieferte. Die Hochinflation und die Weltwirtschaftskrise hat das Übernehmen gut überdauert. In der Mitte der 1930er Jahre wurden über 1000 Beschäftigte gezählt. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden viele Beschäftigte zur Wehrmacht eingezogen, die eingezogenen Mitarbeiter wurden durch kriegsdienstverpflichtete Frauen ersetzt, die Produktion wurde bis zur Beschädigung der Fabrikanlagen durch Kampfhandlungen im Frühjahr 1945 fortgeführt. Bei einem Luftangriff am 10. September 1944 waren die Geschäftsräume des Handelshauses in der Bahnhofstraße völlig zerstört worden.
    Die Produktion konnte in Sontheim mit 250 Arbeitern bereits im Juli 1945 wieder fortgeführt werden.
    1957 erfolgte ein Zusammenschluss der Zwirnfabrik Ackermann mit der Nähfadenfabrik Göggingen zur Ackermann-Göggingen AG mit Sitz in Augsburg. Durch diesen Zusammenschluss der beiden größten damaligen deutschen Nähmittelhersteller wurde das neue Unternehmen zum größten Nähmittelhersteller in Europa.  Die Entwicklung von Nähautomaten, Vielnadelmaschinen und Wirknähmaschinen bewirkte ab 1960 die Umstellung von nativen zu synthetischen Fasern, die in Sontheim unter den Markennamen Syncord, Synton und Rasant produziert wurden. Der Vertrieb der Garne erfolgte über die Garnindustrie GmbH, Sitz München. Ab 1980 wurde die Produktion nach Augsburg verlegt und daraufhin ein Großteil der Produktionsanlagen in Sontheim abgerissen. Heute erinnern nur noch einige wenige Bauten an die ehemalige Zwirnerei.

    Quelle: www.wikipedia.de

Vortrag Nr. 71 am 10. Oktober 2019

Referentin: Ingrid Frank, Neuenstein

Thema: die Landgüteverordnung "Karls des Großen"

Eine zwölfhundert Jahre alte Verordnung die Europa prägte.

Das Zusammenspiel von weltlichen Herrschern und Kirche. Dieser
Aufbau von Gesellschaftsschichten ging im Laufe der Jahrhundert
nie vollständig verloren und formt so die Kulturvielfalt nach wie vor.
Für die damalige Zeit ist die Landgüteverordnung ein
ausgeklügeltes, soziales und wirtschaftliches Gebilde, welches der
Bevölkerung Sicherheit und Lebensgrundlagen gab.
Beeindruckend ist die Vorgabe der Bewirtschaftung der Königshöfe,
angefangen vom Viehbestand, über den Ackerbau bis hin zum
Obst-, Gemüse.- und Kräutergarten. Obwohl Leibeigen und
Untertanen, profitierten diese von dem Wissensstand der Obrigkeit.

Vortrag Nr. 70 am 12. September 2019

Referentin: Martha Betz

Thema: Löwenstark & Bienenfleißig: meine Bessarabien-Deutsche Familiengeschichte und ihre genealogischen Folgen

Eine Familiengeschichte, die sich durch die politischen Wirren des 1. und 2. Weltkrieges vom Schwarzen Meer über Österreich, Tschechien, Westpreußen, Norddeutschland bis nach Heilbronn zieht.

Frau Betz begann ihren Vortrag mit einer Lesung aus ihrem Buch über die bewegende Geschichte ihrer Großmütter 
und berichtete danach über ihre genealogische Arbeit, mit der Sie all denen hilft, die bei ihrer
genealogischen Forschung irgendwann auf familiäre Wurzeln in Bessarabien gestoßen sind.

 

Vortrag Nr. 69 am 13. Juni 2019

Referent: Jan Wiechert, Schwäbisch Hall

Thema / Buchlesung: Scheidung mit dem Beil

1777 gerät Maria Dorothea Huther in den Verdacht, ihren Mann, den Schmierenbrenner Peter Huther, ermordet zu haben. In langwierigen Verhören berichtet sie vom Leben am Rande der Gesellschaft, ihrer unglücklichen Ehe und dem Kampf gegen ein vorgezeichnetes Schicksal. Sie eröffnet den Blick auf einen außergewöhnlichen Lebensweg im 18. Jahrhundert: Den Weg einer Frau, die sich gegen das Unausweichliche zur Wehr setzte – und zur Mörderin wurde.

Jan Wiechert aus Schwäbisch Hall hat nach dem Studium der Prozessakten darüber ein spannendes Buch geschrieben.

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